Merzouga

Marokko – Wüstenabenteuer

 
Ich wollte schon immer mal nach Marokko, das Land der Geschichtenerzähler, Wüsten und bunten Märkte. Und nun beschloss ich, mit meiner Familie dortin zu reisen. Es sollte eine Selbstfahrerreise sein, da wir liebend gern mit dem Auto und eigenem Zelt unterwegs sind.

In nur 4 ½ Flugstunden landeten wir im Küstenort Agadir. Drei Tage zum „Ankommen“ und „Faulenzen“ waren eingeplant. Herrlich lange und vor allem breite Sandstrände, ein flach abfallendes Meer und perfekte Sonnenuntergänge, all das lud zum ausgiebigen Buddeln, Baden und Relaxen ein.

An den ersten Tagen mit unserem Mietwagen fuhren wir südlich des Hohen Altasgebirge die „Straße der 1000 Kasbahs“ entlang. Eine Menge dieser aus Lehm erbauten,  prächtigen und festungsartigen Anwesen konnten wir entlang der Strecke entdecken und besichtigen. Oft waren in deren schattigen Innenhöfen kleine, grüne Oasen zu finden, wo wir uns bei einem leckeren marokkanischen Pfefferminztee erfrischten. Wir fuhren durch kleine Dörfer und Städtchen, schlenderten und bestaunten die dortigen Märkte und ließen uns von der marokkanischen Gelassenheit bezaubern.

Die Toutra-Schlucht stand auf dem Programm. Ausgangspunkt für die Toutra-Schlucht ist die Stadt Tinehir. Kurz nachdem wir Tinehir verlassen haben, hob sich das Grün der zahlreichen Palmen in dieser Oase wohltuend vom Einheits-Grau/Braun der Gegend ab. Ein kleines Flüsschen bewässerte diese Oase und direkt dort schlugen wir auf einem kleinen Campingplatz unser Zelt auf. Unzählige Dattelpalmen, saftige grüne Felder, eine unglaublich faszinierende ländliche Umgebung bewogen uns, dort für zwei Nächte zu bleiben. Das kristallklare Flusswasser, welches durch verschiedene schmale Kanäle in die Oase geleitet wurde, lud zum Baden ein. Bei einer kleinen Wanderung erkundeten wir am nächsten Tag die Oase und schauten den Bewohnern bei der Feldarbeit zu. Wir fühlten uns wie in eine andere Zeit versetzt. Frauen droschen mit Stöcken das reife Getreide, die Männer trieben ein Ochsengespann mit Pflug an, und die Kinder….die fanden das interessant. Die Toutra-Schlucht wird übrigens in Ihrem Verlauf so eng, dass der Abstand von einer Felswand zur anderen nur noch 10 m beträgt.

Das östlichste Ziel unserer Reise sollten die Dünen von Erg Chebbi sein. Während der Fahrt dorthin merkte man, dass die Vegetation immer weniger wurde. Auf einmal waren wir inmitten einer Steinwüste – und dann sah man sie: riesige, bis 150m hohe Sanddünen. Zum Nachmittag gab es für uns kein Halten mehr. Wir wollten unbedingt in die Dünen hineinlaufen. Ein wahres Paradies für Kinder – die Dünen rauf rennen und sich runter rollen, herumtoben, verstecken spielen…. Während eines kleinen Picknicks, konnten wir eine vorbeiziehende Kamelkarawane beobachten. Der Sonnenuntergang verpasste der Wüstenlandschaft die herrlichsten Farbtöne. Geschafft und glücklich liefen wir zurück zu unserem Zelt. Diesen Abend ließen wir bei einem leckerem Essen unter einem funkelnden Sternenhimmel ausklingen.

Ein absolutes Highlight für meine Familie war das Dorf Aït-Ben-Haddou. Das alte Dorf, Teil des Weltkulturerbes der UNESCO, besteht aus mehreren eng aneinander gebauten und teilweise ineinander verschachtelten Wohnburgen, welche sich auf einem Hügel entlangziehen. Schon die ganze Kulisse verzaubert einen. Die schmalen Gassen, dunkle Hinterhöfe und die alten Lehmbauten ließen das Herz meines Sohnes höher schlagen – eine mehrstündige Erkundung der burgähnlichen Anlage füllte die nächsten Stunden.

Wir überquerten mit unserem Auto das Atlas-Gebirge und erreichten die letzte Etappe unserer Reise – Marrakesch. Über Marrakesch könnte man stundenlang erzählen – man muss die Stadt jedoch einfach erleben. Schon bei der Ankunft in der Stadt erwarteten uns auf der Djemma el Fna, dem weltberühmten, mittelalterlichen Markt- und Henkersplatz, die Schlangenbeschwörer und Gaukler. Wir wohnten inmitten der Altstadt in einem sehr schönen Riad-Hotel. Von dort aus war es nur ein Katzensprung bis zu den berühmten, farbenfrohen Souks, in denen Händler Gewürze, bunte Tücher, Lederwaren, Lampen, sogar Schildkröten, Vögel und auch Schlangen verkauften. Auf Papas Schultern war die Erkundung der Souks für meinen Sohn ein fantastisches Erlebnis, wovon er sogar noch heute spricht.

Eine Reise nach Marokko mit Kindern ist eine erlebnisreiche, farbenfrohe, naturnahe und herzliche Reise, welche allen Familienmitgliedern sehr gut tat und unvergesslich in Erinnerung bleibt.

Bis demnächst in Marokko!

Ihr Heiko Schierz mit Familie

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